Posts mit dem Label Kulinarische Reportage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kulinarische Reportage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 5. Dezember 2022

Kulinarisch durch Südtirol: Auf der Suche nach dem Sinn

Ich halte mir mitten in Meran rund 120 Gramm Südtiroler Speck am Ohr. Dabei ist es mir ziemlich egal, dass ich von allen Seiten komisch angeguckt werde. Denn schließlich ist die ganze Sache schon über 2400 Jahre alt.

Bereits der griechische Philosoph Aristoteles beschrieb, dass der Mensch über fünf Sinne verfügt: Sehen, Riechen, Schmecken, Hören und Tasten. So stehe ich nun mitten in Meran, mit dem Speck am linken Ohr. 

Kann man eine Region mit allen fünf Sinnen kulinarisch erkunden?

Südtirol bietet abseits der Kulinarik eine tolle Landschaft

Hören


Der Sound of Südtirol: Kurz, knackig und rund. Wie ein gut gemachter Popsong.

Konntet ihr erkennen, was sich dahinter versteckt?


Der Südtiroler Apfel. Im Meraner Land hat die Tradition des Obstbaus eine große Tradition und lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Pink Lady, Gala, Jonagold, Morgenduft oder Granny Smith. Das Apfelsortiment ist breit gefächert. In der Apfeloase Locherhof könnt ihr euch durch das Obst beißen und die Ohren spitzen.

Schmecken und riechen


Ortstermin bei der Osteria Porta Passiria. Der Koch Lucas erwartet mich schon mit einem breiten Grinsen. Denn eines seiner Lieblingsgerichte wird er mir heute zeigen: Hirschgulasch mit Kartoffelklößen. Ein Gericht das auf der Zunge hin und her reißt. Ein bisschen Italien, alpine Bergwelt und Wohlwollen. Und die Nase dabei auch mit diversen Aromen befeuert. Genau, wie ich Südtirol bisher erlebt habe. Als eine mediterrane Bergwelt.

Wollt ihr diese Sinne mal selber nachempfinden?

Dann kocht es einfach nach. 

Hier ist das Rezept:

1 Kilogramm Hirschfleisch aus der Keule
250 Gramm Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 Zitrone
1 Zweig Rosmarin
1 Zweig Thymian
1 Lorbeerblatt
5 Wacholderbeeren
5 EL Öl
1 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
Salz
Pfeffer
0,7 l Rotwwein


Wohlwärmendes Hirschglasch

Das Fleisch abspülen, trocken tupfen und in etwa 3 cm große Würfel schneiden. Schalotten abziehen und halbieren. Knoblauch abziehen und in dünne Scheiben schneiden. Zitrone heiß abspülen, trocken reiben und die Schale dünn abschälen. Thymian und Rosmarin abspülen und trocken schütteln. Das Fleisch im heißen Öl in einem weiten Topf rundherum braun anbraten. Herausnehmen und beiseite stellen. Die Schalotten im Bratfett kurz andünsten. Knoblauch und Tomatenmark zugeben und mit Mehl bestäuben. Etwa 1 Minute unter Rühren dünsten. Fleisch zugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Rotwein und eventuell noch etwas Wasser zugießen, das Fleisch soll von der Flüssigkeit bedeckt sein. Einmal aufkochen. Lorbeerblatt, zerdrückte Wacholderbeeren, Zitronenschale, Rosmarin und Thymian zugeben und im geschlossenen Topf bei kleiner Hitze 50 Minuten schmoren. Das Fleisch herausnehmen und warm stellen. Die Flüssigkeit im offenen Topf bei großer Hitze einkochen lassen, bis die Soße sämig ist.

Dazu nach Gusto Salzkartoffeln, Klöße oder Nudeln servieren.

Sehen


Ich habe mich zu einem kleinen Filmshooting verabredet. Ein Gericht, was sich schnell kochen lässt und in einem Meraner Haushalt serviert wird. Stefanie, die inzwischen seit 19 Jahren in Meran wohnt, habe ich zufällig in einem Supermarkt aufgegriffen und ihr meinen Grund, für die Reise nach Meran kurz erklärt.

Schon lud sie mich zu sich und ihren Freund nach Hause ein und kochte für uns eine schnelle Apfel-Speck Pasta.



Tasten


Klar. Mit Essen spielt man nicht. Aber wenn man im „Pur Südtirol“ im Meraner Kurhaus einkehrt, kann man nicht anders als zumindest einmal kurz die riesigen Käselaibe im Keller zu berühren. Reihe an Reihe sind im Reifekeller verschiedene Käsesorte in den Regalen. Wer aus kulinarischer Sicht Südtirol mal ertasten möchte ist  hier gut aufgehoben.

Was zum anfassen: Das "Pur Südtirol"
Ach ja, der Südtiroler Speck. 

Den habe ich im Übrigen dann auch noch geöffnet: Seine speckigen Adern kurz angeschaut, zweimal intensiv an der Kruste  gerochen, das wachsfeste Fleisch kräftig angefasst und ein ordentliches Stück abgebissen.

Also das angewandt, was ich auf dieser Reise gelernt habe:

Es macht nur Sinn, mit allen Sinnen zu genießen.



  Vielen Dank an das Südtirol Marketing für die Einladung!

Sonntag, 21. Februar 2016

So schmeckt der Urlaub: Zusammen mit Frank Rosin im TUI Magic Life auf Fuerteventura

Kochen ist eine Weltsprache.


Das habe ich mal wieder erfahren, als es für mich nach Fuerteventura ging in den TUI Magic Life Club. Grund für den Besuch, war eine Einladung von TUI, die mich gefragt haben, ob ich nicht Lust hätte den TV-Koch Frank Rosin einmal hinter den Kulissen zu begleiten.



Ohne lange zu zögern habe ich direkt zugesagt. Erstens, weil ich tierisch neugierig war, wie Frank Rosin als Mensch tickt und zweitens, weil ich auch einen Einblick in eine Köcheschulung bekommen konnte. Denn Frank Rosin hat im TUI Magic Life Club verschiedene Küchenchefs aus unterschiedlichen TUI Magic Life Clubs geschult, damit diese ab dem Sommer 2016 sein "Al Baccio inspired by Frank Rosin Menü" anbieten können.



Eine kleine Herausforderung. Nicht nur, weil die Küchenchefs alle unterschiedliche Sprachen gesprochen haben, auch weil es in der Küche immer voll und eng war. Ein Filmteam hat das ganze Event noch begleitet, die Küchenchefs wollten immer neugierig über die Schulter schauen und schließlich ich als dazwischen laufender neugieriger Blogger.


Frank Rosin und sein Souschef haben sich bei der Entwicklung des Menüs von einer mediterranen Lebenswelt inspirieren lassen. Die Urlauber sollen bei einem Gabelbissen des Al Baccio Menüs an warme Sonnenstrahlen und das weite Meer denken.



Aromen von erfrischender Säure dominieren das Menü. Wie zum Beispiel im ersten Gang. Ein marinierter Lachs mit brauner Butter, Pinenkernen, Granatapfel, Ananas und sauren Guken. Sehr lecker und Appetit anregend.



Das die Rezepte so gut gelungen sind, lag auch daran, dass sich Frank Rosin und die Küche auf Anhieb gut verstanden, weil sie die Sprache der Küche sprechen. Handgriffe laufen automatisch ab, das Abschmecken erfolgt durch ein schnelles Abnicken.



Mein persönliches Highlight war der sehr erfrischende Nachtisch. Eine Art Tiramius mit Orangenschokolade, verschiedenen Gels (unter anderen Apfel-Balsamio) und einen Erdbeersalat. Zugegeben kein einfaches Dessert, da es in der Vorbereitung sehr aufwändig ist, aber ein äußerst schmackhaftes.



Ich bin zuversichtlich, dass die Küchenchefs aus den verschiedenen TUI Magic Life Clubs die Gerichte von Frank Rosin so umsetzen, wie er es ihnen beigebracht hat. Denn dem 2-Sterne Koch war es auch ein großes Anliegen, dass die Köche diese Gerichte in erster Linie als Inspiration und Rahmen verwenden sollen und je nach kulturellen und länderspezifischen Kontext anders umsetzen müssen.



Eins soll aber allen gemeinsam sein: Wenn man sich eine Gabel vom Al Baccio Menü by Frank Rosin im Mund schiebt, heißt es im Kopf und auf der Zunge: Sonne, Strand und Meer - Urlaub an!


Vielen Dank an TUI für die Einladung!

Freitag, 21. November 2014

Gaumenthrill unterwegs: 7 gute Gründe für Verliebte nach Brügge zu fahren!

Ihr plant in Zukunft mal wieder einen Wochendtrip zu machen?

Dann ab nach Brügge!

Brügge ist von NRW in knapp 3,5 Stunden mit dem Auto zu erreichen. Die Hauptstadt von Westflandern ist schön überschaubar und perfekt in zwei Tagen zu erkunden. Gerade für Verliebte eignet sich die Stadt perfekt.

Ich zeige Euch sieben gute Gründe, Brügge mit eurer Freundin oder euren Freund zu besuchen!

1. Gemeinsam über die Fassaden staunen!

Der mittelalterliche Stadtkern ist UNESCO-Weltkulturerbe. Dementsprechend sind die hübschen Häuser alle sehr gut erhalten. Nimmt euch gegenseitig im Arm, schlendert durch den historischen Stadtkern und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus!





2. Öfters mal nach oben gucken!

Auf den Dächern könnt ihr ab und zu tolle Figuren entdecken, die im Mittelalter Geister abhalten sollten. Also, macht euch gegenseitig auf die Figurren aufeinander aufmerksam. Mal sehen, wer das bessere Auge von euch hat.


 
3. Eine Stadt mit dem Boot erkunden!

Das "Venedig des Nordens" hat zahlreiche Kanäle. Springt in ein Boot rein, fahrt unter die niedlichen Brücken her und entdeckt die Stadt vom Wasser aus.



4. Einen Schoko-Schock erleben!

In der Stadt reihen sich die Schokoladenläden aneinander. Ausgefallene Sorten wie "Gin, Passionsfrucht und Limette" findet ihr bei "The Chocolate Line" (Simon Stevinplein 19)
. Kauft euch ein paar Pralinen, setzt euch gemeinsam auf eine Bank mit Wasseraussicht und genießt gemeinsam euren Schoko-Schock.



5. Inmitten von Büchern frühstücken!

Das "Books & Brunch" (Garenmarkt 30) tischt nicht nur ein leckeres Frühstück auf. Hier könnt ihr gemeinsam auch in diversen Büchern versinken. Sogar die Toiletten sind mit Bücherseiten zugekleistert. Macht es euch zu Zweit auf der Couch bequem, bestellt euch ein Spätaufsteher-Frühstück und plant gemeinsam den Tag durch Brügge.




6. Brügges moderne Küche entdecken!

Das "Kok au vin" (Ezelstraat 19/21) kombiniert leckere, kreative Gerichte mit einem stylischen Interieur.  Bestellt euch einen leckeren Wein, wält das tolle Fünf-Gang-Menü und habt einfach mal zusammen einen sehr leckeren Abend, in einer entspannten Atmosphäre.
 

7. Krimibuchatmosphäre erleben!

Bei Nacht verwandelt sich Brügge. Die zahlreichen, engen Gassen, die leicht beleuchteten Kanalstraßen und die charmanten rustikalen Häuser könnten dann direkt aus einem Krimibuch stammen.
  Hier sind jetzt also die Männer gefragt: Nimmt eure Freundin im Arm und passt gut auf sie auf!



Die Reise wurde freundlicherweise von Tourismus Flandern-Brüssel unterstützt. Vielen Dank dafür!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Atmosphere Resort Kanifushi: Schlemmen wie im Paradies

Ein All-Inclusive Urlaub ist oft aus kulinarischer Sicht gerade nicht ein großes Highlight.

Ganz anders erging es mir aber auf der Insel Kanifushi im Atmosphere Resort. Klar, die Malediven sind schon alleine auf Grund ihrer Lage ein Traumziel, allerdings konnte das Resort auch in Punkto Genuss auf voller Linie punkten.

Schaukeln mit Aussicht auf Kanifushi
Auf Kanifushi habt Ihr die Auswahl zwischen einem Buffet-Restaurant ("Spice"), dem ersten vegetarischen Restaurant auf den Malediven ("Just Veg"), dem Restaurant in der Sunset Bar und dem Teppanyaki Grill. Das Besondere: Das Atmosphere Resort bietet Euch ein "Platinum Plus" Programm an. Alle Besuche im Restaurant (bis auf dem Teppanyaki Grill), Cocktails und Wein in den Bars und Snacks am Pool sind mit im Preis enthalten.

Frühstücken mit Meerblick
Ihr habt die Auswahl aus über 30 Cocktails. Passionata (Litschisaft, Passionsfruchpüree, Apfelsaft und Prosecco), Coco Fraise (Frischer Ananassaft, Kokosnusscreme und Erdbeerpüree) oder American Pie (Frischer Apfel, Honig, Zimt, Joghurt und Vanilleeis) konnten mich immer wieder aufs Neue überzeugen.

Die Cocktails waren immer sehr erfrischend
Es war schön zu sehen, dass die Cocktails wirklich immer mit frischen Früchten hergestellt worden sind und nur hochwertige Spiritousen und Säfte verwendet worden sind. Auch die Weinkarte kommt auf Kanifushi mit einer beachtlichen und ausgeglichenen Auswahl daher. Weine aus der neuen Welt wie z.B. aus Südafrika, Neuseeland oder Chile als auch klassische Rotweine aus Frankreich und Italien und Weißweine aus Deutschland bietet das Atmosphere an. Beim Abendessen in den Restaurants wird man zudem stets beraten und es werden zu den jeweiligen Gerichten die passenden Weine empfohlen.

Kanifushi liegt rund 30 Minuten von Malé entfernt
Besonders beeindruckt hat mich das "Just Veg". Das Restaurant bietet einen atemberaubenden Blick direkt auf dem Ozean.

Das "Just Veg" Dinner mit toller Aussicht
Die Speisen waren alle durch die Bank weg sehr lecker: Wassermelonensalat mit Feta, Brot mit verschiedenen Dips, Pasta mit Mandelpesto und Wasserkresse, frittierter Milchbällchen mit Pistazienpuder.

Frittierte Milchbällchen mit Pistazienpuder
Fleisch wurde hier nie vermisst. Man merkt, dass die Mitarbeiter besonders stolz sind, in dem ersten vegetarischen Restaurant auf den Maldeviven zu arbeiten. Das transportieren diese auch, sodass das Essen gleich noch mehr Freude bereitet.

Käsekuchen
Das Buffet im "Spice" bot immer eine abwechslungsreiche Kost. Am Abend gab es meist Themenabende, zum Frühstuck hat man nichts vermisst. Käse, Wurst, Obst, Müsli, frisches Rührei. Alles war immer stets vorhanden. Gut gefallen hat mir der maledivische Themenabend. So kam ich in den Genuss verschiedene tolle Currys zu probieren und diverse Grillspezialitäten wie Fisch-Kebap zu essen.

Toll waren auch die Snacks an den beiden Pool-Bars, wo sonst kann man bitte mal eben am Pool einen saftigen Wagyu-Burger essen oder ein sehr köstliches Ceviche ( toll angemacht mit etwas Ketchu) bestellen? Genau. Wahrscheinlich nirgendwo außer im Atmosphere Resort auf Kanifushi.

Ceviche ist roher Fisch der durch Zitronen- oder Limettensaft leicht "angegart" wird
Eine kleine Trauminsel. Auch für alle Foodies.

Das Atmosphere Kanifushi Maledives hat mich zu dem Aufenthalt eingeladen. Vielen Dank dafür!

Freitag, 15. August 2014

Sponsored Post: Meine persönlichen Impressionen von Limfjord - von Haupt- und Nebendarstellern

Zugegeben: Limfjord. Das klang in meinen Ohren erst einmal nicht allzu spannend. Ganz im Norden von Dänemark, quasi im Mitten von Nichts. Was soll da schon einen großartig erwarten? Außer das 1700 km² große Gewässer.


Gefangen von Wasser


Jetzt ein paar Tage weiß ich, dass Limfjord gar nicht mehr bieten zu braucht als seine scheinbar nie endenden Wasserwege. Noch eine halbe Stunde vor Limfjord, sieht die Landschaft nicht besonders spektakulär aus. Feld, Wiese, Feld, Wiese, mal ein paar Bäume, Feld, Wiese. 

Gut, dass sich da in Limfjord ändert. Man fühlt sich in der Region vom Wasser umzingelt. Egal wo man hinfährt, rechts und links sieht man immer das ruhige Blau. Und die weite Ferne. Der Fjord, das ist hier der Hauptdarsteller. Was aber auch für einen guten Film die Regel ist, gilt auch für eine tolle Region. Alleine mit einem guten Hauptdarsteller kann eine Region noch lange nicht begeistern. Aber auch die zahlreichen unscheinbaren, aber wichtigen Nebendarsteller findet man in Limfjord vor.

 Einfach, aber gut


So sind es die Einwohner von Limfjord, die einen das Ankommen ganz oben Norden so leicht machen. Eine Mischung aus sympathischer Distanz und Neugier trifft einem immer um die Ecke. Aus kulinarischer Sicht sind natürlich die vielen lokalen Erzeuger interessant, die stets mit viel Leidenschaft bei ihrer Sache sind. Rundum Limfjord lebt ein Großteil der Menschen von der Landwirtschaft und Fischerei. Austern, Lamm, Kartoffel oder Wurzelgemüse. Alles findet man hier von exzellenter Qualität vor.  Ein Grund auch, warum die Küche so simpel gehalten ist. Auf dem Teller kommt was gut ist und mehr nicht. Weitere Nebendarsteller in Limfjord sind die zahlreichen kleinen Inseln.


Auf Venö findet man zahlreiche idyllische Ausblicke, verwinkelte Strandeinblicke und kleine ursprüngliche Häfen. Die meisten Inseln lassen sich problemlos innerhalb weniger Stunden komlett mit dem Auto erkunden.

Fazit: Limfjord hat mich überascht! Die Region strahlt viel Ruhe und Gelasenheit aus. Und konnte mich mit ihrer tollen Landschaft und Menschen begeistern.


Blog Marketing Blog-Marketing ad by hallimash

Mittwoch, 13. August 2014

Sponsored Post: 48 kulinarische Stunden in Limfjord - so hat es mir geschmeckt

Wie kann man sich eigentlich ein Stückchen heile Welt vorstellen?

Wahrscheinlich in etwa so, wie 240 Kilometer von der deutsch-dänischen Grenze entfernt. Dort wartet das Leben mit einer imposanten Fjordlandschaft, viel Zeit und Platz um durchzuatmen und gemütliche Restaurants mit besten lokalen Rohwaren.


Der beruhigende Limfjord

Wilkommmen in Limfjord!

"Come here my friends!", ruft Pip Thoustrup einmal kräftig quer über die ganze Küste. Keine 15 Sekunden und einen steilen Hang später wird man von links und recht laut angemäht. Auf der kleinen Insel Venø züchtet sie Lämmer, die in ganz Dänemark bekannt sind. Man merkt Pip direkt an, dass hier eine Frau einen Hof mit viel Willen, Lust und Herzblut betreibt. Ihr geht es in erster Linie darum, den Tieren besten Bedingungen zu geben. Und nicht um hohen Profit.


Pip und ich an der Küste, wo die Schafe weiden

Berühmte Kartoffeln


Den ganzen Sommer grasen die Lämmer auf Moorgebieten, Heidehängen und Grasweiden. Ehe sie Anfang August von der Mutter getrennt werden. Dabei reicht für die Abtrennung nicht nur ein bloßer Zaun. Mindestens drei Kilometer müssen die Jungtiere von ihrer Mutter entfernt leben, sonst folgen sie der Mutter immer wieder zurück. Neben den Lämmern, ist Pip darüber hinaus für ihre Venøer Kartoffeln bekannt. Diesen werden aufgrund des Westwindes und der hohen Sonneneinstrahlung der Insel mit ganz wenig Spritzmitteln produziert. Zum Mittag sind wir in das Venø Kro eingekehrt. Ein sympathisch, schlichtes Restaurant. Hier kamen wir in den Genuss von Lammcarpaccio und von Steak mit Kartoffeln. Einfach, aber gut.

Das Veøn Kro

Luxus für Körper und Seele


Ein Muss für Foodies ist das Sansefestival in Struer. Mit 10.000 Besuchern an einem Tag platziert sich das Festival der Sinne in Struer als das führende Lebensmittelfestival in Nordwestjütland. Zwischen Lebensmittelproduzenten und Kochschule findet man eine ausgelassene Marktstimmung vor.

Schokolade auf dem Sansefestival


Wenn man durch Limfjord fährt ist das immer auch ein bisschen Luxus für Körper und Seele. Wenn die Sonne scheint und der Limfjord leicht schimmert, wird man innerlich ganz ruhig vor Begeisterung. Die zweite Nacht verbrachten wir im Hotel Tambohus Kro. Das Gasthaus von 1842 ist bekannt für seine Küche. Davon durften wir uns selbst überzeugen. Selbst geräucherter Lachs aus dem Fjord mit Dreierlei von der Gurke, tolles Lammfleisch mit wunderbarem Wurzelgemüse und eine XXL Creme brulee liegen noch bis heute auf meiner Zunge.

Lachs und Trio von der Gurke


Weißwein aus Plastikbechern


Mein kleines kulinarisches Highlight war aber das Hafenfest in Jegindø. Dort luden uns die Bewohner der kleinen Stadt ein, frisch gefangen Miesmuscheln zu essen und dabei Weißwein aus Plastikbechern zu trinken. Selten habe ich ein authentischeres Essen verzehrt.

Weißwein und frische Muscheln - mehr geht nicht

Am letzten Tag besuchten wir Toftum Bjerge. Ein schöner Strandabschnitt zum verweilen. Bevor es zurück Richtung Heimat ging, stärkten wir uns noch kurz bei Sevel Kro. Ein uriges Dorfgasthaus aus dem Jahr 1802, wo regionale  Rohrwaren von erstklassiger Qualität verarbeitet werden. Die Portion waren sehr üppig, obwohl der Hunger groß war. Das Essen kann man als solide dänische Hausmannskost beschreiben.

Der Abstieg zum Strand



 
Deftig und üppig: Das Essen im Sevel Kro


Fazit: Wir hatten tolle und abwechslungsreiche in Limfjord. Die Landschaft lädt dazu ein entdeckt und erschmeckt zu werden. Insbesondere wer den großen Stadtrummel mal entfliehen will und etwas Zeit für sich haben möchte, sollte sich schleunigst ins Auto setzen.

Struer bei Sonnenuntergang
Blog Marketing Blog-Marketing ad by hallimash

Montag, 24. Februar 2014

48 kulinarische Stunden in Kopenhagen [Teil 2]

Plötzlich glibberte es irgendwie in meinem Mund. Ich habe es getan. Zum aller ersten Mal habe ich eine Auster geschlürft. Zugegeben: Der Geschmack erinnert tatsächlich an Meerwasser. Leicht jodig. Die Konsistenz ist aber, zumindest im rohen Zustand, etwas gewöhnungsbedürftig. Es war nicht irgendeine Auster, sondern eine "Auster mit Sake und Mandeln". Ein toller Start für unser Essen im Restaurant Kul .

Das Restaurant Kul
 Angesagte Schlachthöfe

Das Restaurant liegt mitten im Meatpacking District von Kopenhagen. Dort nach Vesterbro muss man hin, wenn man die derzeit angesagtesten und trendigsten Bars, Restaurants und Clubs in der dänischen Hauptstadt für sich entdecken will. Nachts verwandelt sich das Viertel in dem einst die Schlachthöfe heimisch waren, zu einem Ort für alle hippen urbanen Leute.

Früher Schlachterviertel, heute trendiges Szenequartier

Im Restaurant angekommen, war ich direkt von der Location fasziniert. Obwohl die Einrichtung sehr minimaistisch gehalten ist, wirkt das Restaurant ziemlich cool. Dunkel getrimmtes Licht das durch stylische Lampen schimmert. Eine bunte Mischung aus Studenten und Geschäftsleuten.

Eingerichtet mit Liebe zum Detail
Und eine große offene Küche verwandeln das Restaurant, was in weiten Teilen noch an eine Fleischerei erinnert, in einem coolen Laden.

Die offene Küche
Vorneweg wurde neben der Auster noch sehr leckere gewürzte Calamaretti im Tempura mit einer Oktopus-Aioli serviert. Fingerfood wonach man sich die Finger auch noch Abends im Bett nach leckt.

Zum Finger ablecken: Calamaretti Tempura mit Oktopus-Aioli
Kosmopolitische Küche

Ein Tatar von der Languste mit Zitrone, Oliven und salzigem Baiser folgte im Anschluss. Toll die Qualität der Languste. Mit Forelle mit Teriyaki, Nashibirne und Vinaigrette deutete die Küche bereits an, dass hier Crossover ganz hoch im Kurs steht. Was sich spätensten beim Lammnacken mit Harissa, Kürbis und pikanter Brühe bestätigte.

Forelle, Nashibirne, Teriyaki
Im Restaurant Kul wird global gekocht. Asiatisch, europäisch, afrikanisch und dazu lokale hochwertige Produkte aus dem Meer. Mit Kalbszunge, die 24 Stunden in Entenfettt Sous-Vide gegart worden ist, Pflaume, Steinpilzmayo und Shiitake, kam dann ein Gang auf dem Tisch der eine wahre Umami-Bombe war. Die Zunge mehr als butterzart. Dazu das leicht fruchtige Pflaumenleder und die herrlich vollmundige Steinpilzmayo. Verwöhnprogramm für die Zunge.

Umami pur: Kalbszunge, Steinpizmayo und Pflaumenleder
Der Bauch wurde voller und begann langsam zu streiken. Aber was Süßes zum Schluss geht natürlich immer. Und dass ich dann mal glatt zwei Portionen von Monte Bianco, Mandelsorbet, Maronen und Baiser genommen habe, spricht sowas von für das Dessert. Der Monte Bianco, ein Dessertwein der wie Arsch auf Eimer gepasst hat und die süßen Karamellnoten perfekt abgeholt und ergänzt hat. Als Abschluss landete dann noch eine bewährte gute klassische Kombination in meinem Bauch: Schokolade, Pistazie, Clementine.

Süße Sünde: Mandelsorbet, Maronen und Baiser


Bewährte Kombination: Schokolade, Pistazie und Clementinen
Natürlich hat Kopenhagen neben seiner vielfältigen Restaurantszene auch diverse kleine Imbisse zu bieten. Einer von denen ist DØP. Steht mitte in der Stadt, aber es würde mich auch nicht verwundern, wenn man daran einfach vorbei läuft. Der unscheinbare Hot-Dog Stand bietet schmackhafte 100% ökologische Hot Dogs an. Und schlägt sogar den Dortmunder Hot-Dog in Sachen Geschmack. Saftig, knackig und frisch. Genau wie ein guter Hot Dog sein sollte.

Klein, aber fein.

Ein Hot Dog wie er sein sollte
Im dritten und letztem Teil  zeige ich Euch wo man das beste Bier in Kopenhagen trinken kann und warum die Torvehallern ein Paradies für jeden Foodie sind.

Links:
DØP
Restaurant Kul

48 kulinarische Stunden in Kopenhagen [Teil 1]

Zu der Blogger/Pressereise wurde ich freundlicherweise von VisitDenmark eingeladen. Vielen Dank dafür!